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Thorsten Ebeling, Geschäftsführer bei fluid24 GmbH & Co. KG und Mentor für Unternehmer seit über 20 Jahren, hat bereits viele Erfahrungen in der digitalen Transformation sammeln können. In unserem heutigen DRS Interview verrät er uns, seine Tipps für mehr Digitalisierung im Unternehmen und worin die größten Risiken bei der Digitalisierung liegen.

Unternehmen: fluid24 GmbH & Co. KG

Mitarbeiteranzahl: 10

Interviewpartner: Thorsten Ebeling, Geschäftsführer bei fluid24 GmbH & Co. KG und Mentor für Unternehmer

Hier findest du mehr zu Thorsten:

Website: https://www.thorstenebeling.de/ https://fluid24.de/
Facebook: https://www.facebook.com/fluid24/
YouTube: https://www.youtube.com/user/Fluid24Hydraulik

Jeder hat eine andere Vorstellung von Digitalisierung. Was bedeutet Digitalisierung für dich?

Für mich bedeutet Digitalisierung die unliebsamen Aufgaben loszuwerden, also Aufgaben outzusourcen, ohne großartig Personal oder Dienstleister mit einzubinden. 

Es fängt ja schon beispielsweise bei der Terminvereinbarung beim Kunden an. Der Kunde kann das dann alles über die Website machen und hat im Prinzip schon alle Zugangsdaten da. Damit werden Fehlerquellen vermieden.

Bei meinen Unternehmen haben wir letztendlich alle Prozesse digitalisiert, um uns auf das Tagesgeschäft und auf das Kerngeschäft konzentrieren zu können.

Wie genau sieht die Digitalisierung bei euch im Unternehmen aus? Arbeitet ihr nur digitalisiert oder auch noch analog?

Ich bin ja Trainer und Coach und arbeite viel mit Unternehmerpersönlichkeiten und vielen Handwerkern zusammen. Die Handwerker haben zu 90% immer ein Papier dabei und da muss ich immer ein bisschen analog unterwegs sein. 

Natürlich kann ich ein Video-Call nutzen, um mich zu unterhalten, zu netzwerken, Informationen auszutauschen und Dinge zu besprechen. Wenn es aber um Persönlichkeitsentwicklung geht, dann ist es schon besser sich face-to-face gegenüber zu sitzen und zu spüren wie sich der andere bewegt und tickt.

Das ist also schon grundlegend in meinem Geschäft und ganz digitalisiert funktioniert es nicht.

Mit welchen Tools arbeitest du im Alltag?

Da habe ich ganz viele Tools. Im Consulting Bereich nutze ich WordPress CMS. Da sind viele Plugins, wie Calendly, eingebaut. Ich arbeite mit Zoom und habe über Blinkist eine Online-Plattform. Dazu nutze ich noch ein Buchhaltungsprogramm und dahinter viele weitere kleinere Tools, die automatisiert laufen.

In einem anderen Unternehmen haben wir die komplette Software selbst geschrieben, beziehungsweise schreiben lassen mit einer Agentur. Es gab in dem Kontext einfach keine passende Software zu kaufen, wo wirklich nur unsere Prozesse abgebildet sind. 

Lösungen von der Stange biete ich meinem Kunden nicht an und meine Lösungen sind alle individuell. Deswegen erwarte ich von meinen Dienstleistern auch individuelle Lösungen. Wer das nicht liefern kann, wird eben kein Dienstleister.

Was sind aus deiner Sicht die größten Chancen, die sich aus der Digitalisierung ergeben?

In erster Linie ergibt sich durch die Digitalisierung mehr Freizeit, Gewinn und die Erhöhung der Lebensqualität. Das ist ja auch das was ich verkaufe, mit meiner 5-Stunden Woche. Häufig beobachte ich auch bei meinen Kunden, dass sie dann einfach die Zeit nutzen, um neue Projekte zu akquirieren und an anderen Stellschrauben zu drehen.

Eine weitere Chance, die sich aus der Digitalisierung ergibt, ist der Wettbewerbsvorteil. Mit der Digitalisierung habe ich mehr Einsparungspotenzial, kann günstiger anbieten als der Wettbewerb und habe höhere Margen. 

Man muss auch schnell und adäquat reagieren. Der Einsatz von Bots und die künstliche Intelligenz ist zum Beispiel gerade mega spannend.

Worin liegen die größten Risiken der Digitalisierung?

Ein Risiko bei der Digitalisierung ist es, wenn man Sklave des Systems ist und davon abhängig wird. So war ich gestern auf einem Netzwerktreffen mit ein paar Unternehmern. Mir ist dabei aufgefallen, dass ein Großteil der Unternehmer ständig auf ihr Handy geschaut haben, um Nachrichten nicht zu verpassen. So weit darf es nicht gehen, dass man wiederum Sklave der Digitalisierung wird. 

Ein weiteres Risiko besteht, wenn bei der Digitalisierung die Prozesse nicht gut vorbereitet sind und das Change Management mit den Mitarbeitern und den Verantwortlichen nicht sauber analysiert ist. Das kennen wir aus dem normalen Projektmanagement, wo viele Projekte nicht funktionieren, da man nicht gut vorbereitet ist. Die gute Vorbereitung ist die halbe Miete und die andere halbe Miete ist dann das Doing.

Was wäre der erste Schritt, um das Thema “Mehr Digitalisierung” in deinem Unternehmen voranzubringen?

Man sollte sich zunächst bewusst werden, was momentan nicht so optimal im Unternehmen läuft. Der zweite Schritt besteht dann darin, die Möglichkeiten und die Vorteile der Digitalisierung anzunehmen und dann zu nutzen.

Wenn der Auftrag mit einem passenden Dienstleister erteilt ist, dann sollte man den Ist-Zustand ermitteln und schauen wo die größten Probleme liegen. Dann muss man die Projektteams bilden und anfangen die Projekte umzusetzen.

Für welche Prozesse würdest du die Digitalisierung nutzen?

Ich nutze die Digitalisierung eigentlich in fast allen Prozessen. Selbst die Dokumentation von Coaching Gesprächen mache ich online. 

Ich arbeite nur noch analog, wenn ich große Varianzen habe und große Flexibilität brauche. Dann nehme ich mir eine Wand und arbeite mit Post-it’s. Es macht mir einfach auch Spaß, etwas in der Hand zu haben und Post-it’s hin und her zu schieben. Das ist halt in der EDV schwierig, weil die Technik heutzutage noch nicht so weit ist. Klar, können wir schon auf den Bildschirmen schieben, aber wir haben viel zu kleine Bildschirme und die großen Touchscreens sind im Augenblick noch unbezahlbar. 

Von daher ist die virtuelle und digitale Arbeit bei solchen Projekten noch schwierig, da es noch zu große Eintrittsbarrieren gibt.

Wie sehr ist die Kultur ein wichtiger Faktor bei der Digitalisierung?

Die Kultur ist die Basis für alles. Wenn ich keine passende Kultur habe, dann brauche ich garnicht erst anfangen.

Letztendlich geht es bei der Kultur ja darum, dass wir die Kultur mit der wir groß geworden sind, kritisch hinterfragen und eine eigene Kultur zu entwickeln. Das soll uns dann zu unseren Visionen und Zielen führen.