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Laurens Lang, Gründer und Geschäftsführer von Deinetuete.de, hat bereits Erfahrungen in der digitalen Transformation sammeln können. Laurens und sein Team von Deinetuete.de bieten individuelle und nachhaltige Verpackungen für kleine und große Unternehmen an. 

In unserem heutigen DRS Interview verrät er uns, was Digitalisierung für ihn bedeutet und erzählt uns, warum sein Geschäftsmodell ohne die Digitalisierung so nicht funktionieren würde.

Unternehmen: Deinetuete.de

Mitarbeiteranzahl: 6

Interviewpartner: Laurens Lang, Gründer und Geschäftsführer von Deinetuete.de

Hier findest du mehr zu Laurens:

Website: https://deinetuete.de/
Instagram: https://www.instagram.com/deinetuete/
Pinterest: https://www.pinterest.de/deinetuete/_created/
LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/laurens-lang/

Jeder hat eine andere Vorstellung von Digitalisierung. Was bedeutet Digitalisierung für dich?

Für mich bedeutet Digitalisierung Veränderung, Fortschritt und vor allem eine riesen Anzahl an Möglichkeiten. Bei uns fängt das mit einer einfachen Kommunikation mit den Kunden an. Das geht dann hin bis zur Visualisierung von der Lieferketten. Also bei uns ist die Digitalisierung unser täglich Brot, wo wir einfach die Chance darin sehen, mittels Digitalisierung uns als kleines Unternehmen gegen große Unternehmen durchzusetzen. 

Naja, wenn man sich überlegt, dass wir versuchen gegen große Unternehmen wie Messler, dem größte Papierhersteller in Deutschland mit 800 Millionen Euro Umsatz im Jahr, anzukämpfen und schon einige Erfolge erzielt haben, bedeutet Digitalisierung für uns neue Möglichkeiten. So konnten wir schon einige Kunden wegen unserer Flexibilität für uns gewinnen. Ohne Digitalisierung würde unser Geschäftsmodell so gar nicht funktionieren.

Wie genau sieht die Digitalisierung bei euch im Unternehmen aus? Arbeitet ihr nur digitalisiert oder auch noch analog?

Ziel bei uns ist es auf jeden Fall, alles in Zukunft digital abzubilden. Das heißt einfach, dass wir aufgrund von einem sehr starken Zeit- und Preisdruck, der in der Branche herrscht, die Technologien nutzen wollen, um gegen die klassischen Hersteller und Händler antreten zu können. Das heißt, dass bei uns die ganzen Prozesse der Angebotserstellungen und der Kommunikation komplett digital funktionieren. 

Was aber eben nicht digital funktioniert und was doch noch sehr wichtig in dem Bereich ist, ist die Persönlichkeit. Das heißt, ich bin gerade gefühlt jeden Tag einmal im Auto auf dem Weg zum Kunden, weil der Mittelstand sich das doch noch irgendwie erhofft, dass man persönlich vorbeischaut und mit ihnen im Büro zusammensitzt, um über die Produkte zu sprechen und sich gegenseitig kennenzulernen. Das können wir momentan nicht digitalisieren, aber natürlich haben wir auch schon digitale Termine gehabt. Gerade bei größeren Kunden wird die Erwartung gestellt, dass man persönlich vorbeikommt. Ich glaube mit Persönlichkeit überzeugt man dann vor Ort nochmal viel mehr.

Mit welchen Tools arbeitest du im Alltag?

Also unser täglich Brot ist auf jeden Fall Asana. Da schieben wir uns die Aufgaben hin und her, damit wir da die Übersicht behalten, vor allem weil es bei uns doch eine sehr große Anzahl an Kunden ist. Das heißt wir haben Kunden mit einer Bestellsumme von 500 Euro auf der Rechnung, wo du dann eben schauen musst, dass du es relativ schlank hältst und dass wir das gut abwickeln. Dadurch müssen wir gucken, dass wir die Zeit bei uns im Unternehmen relativ stramm halten. Über Asana kommunizieren wir auch mit unseren internationalen Designer. 

Für eine schnelle Kommunikation intern nutzen wir Slack, also wenn mal eine kurze Frage offen ist, dann machen wir das darüber. Google Drive nutzen wir auch auf jeden Fall. Da haben wir unsere ganzen Preise in Excel-Tabellen stehen, die wir dort kalkuliert haben. Da hat dann jeder Zugriff, weil wir dann doch viel Homeoffice machen. Dadurch haben wir eben die Flexibilität.

In der Buchhaltung nutzen wir vor allem LexOffice. Dann haben wir noch Outlook für die E-Mails oder halt noch so speziellere Tools wie Frame. Bei Frame ist da das Gute, dass du auf den Designs dann im Bild arbeiten kannst. Das heißt, du kannst in den Bildern Markierungen machen, reinschreiben, kommentieren und das hilft eben einfach. Frame nutzen wir eben für die deutliche Kommunikation mit dem Designer, dass die verstehen, was genau gewünscht ist. Ansonsten gibt es dazu ewig viele Rückfragen und Tools wie Frame bringen uns da eben einen riesengroßen Vorteil.

 

Was sind aus deiner Sicht die größten Chancen, die sich aus der Digitalisierung ergeben?

Also wenn ich das mal aus der Herstellersicht betrachte, wo bei uns das meiste losgeht, dann sehen wir uns als Türöffner. Wir arbeiten viel in Rumänien, in Polen, in der Türkei und die meisten haben nicht mal eine eigene Website. Die findest du also super schwer und dann musst du über die Branchenblätter suchen. Für diese Hersteller sind wir dann der Türöffner zum europäischen Markt, dass die überhaupt ein Zugriff auf die Kunden bekommen, die hier in Deutschland sitzen. Der klassische Bäcker oder Lieferdienst würde nicht auf die Idee kommen, sich tagelang damit zu beschäftigen, einen richtigen Lieferanten zu finden.

Eine weitere Chance ist auf jeden fall eine erhöhte Transparenz im Unternehmen und in der Lieferkette. Das Thema wird in den mittelständischen Unternehmen aus der Verpackungsbranche noch vernachlässigt. Wenn man jetzt eine Bäckerei betrachtet, wo der junge Chef in die Richtung etwas bewegen will, aber der Seniorchef ihm nicht die Kontakte zur Verfügung stellt. Da wollen wir den Unternehmen helfen, indem wir ihnen verdeutlichen, wie einfach es sein kann den Hersteller zu wechseln und bei uns über die Plattform das Ganze dann abzuwickeln.

Ohne die Digitalisierung würde unser Geschäftsmodell so nicht funktionieren und es würde uns gar nicht geben.

Worin liegen die größten Risiken, wenn ein Unternehmen die Digitalisierung verpasst?

Um das alles zu bündeln, würde ich sagen, dass langfristig gesehen Unternehmen ohne Digitalisierung in Insolvenz gehen würden. So werden andere Wettbewerber aus der Branche nicht mehr mithalten können, weil der Kostendruck zu hoch ist. Bei unserer Steuerberaterin, die oben in Husum sitzt, findest du keinen einzigen Ringordner mehr. Bei den Steuerberatern meiner Eltern steht wiederum alles voll mit Ringordnern, wenn man das so vergleicht. Ich glaube, dass das ein großes Risiko für den Mittelstand ist, wenn die Unternehmen weiterhin das Thema verschlafen und besser aufgestellte Unternehmen diese aus dem Markt verdrängen.

Ich finde aber auch, dass die Digitalisierung zum Verlust der Persönlichkeit und der Individualität beiträgt. Bei manchen Branchen braucht man einfach die Persönlichkeit. Zum Beispiel im Handwerk überzeugt einfach die Persönlichkeit mehr und manche Dinge kann man auch nicht digitalisieren. Wenn man das im Detail betrachtet, dann könnte man das Brot von meinem Vater von einer Maschine herstellen lassen, aber das wäre einfach nicht mehr das Gleiche.

Was ist der erste Schritt, um das Thema “Mehr Digitalisierung” in deinem Unternehmen voranzubringen?

Die Kommunikation war am Anfang bei uns noch ein großes Problem, das irgendwie zu bündeln. Der eine ruft dich an, der andere schreibt eine Mail, der andere will ein Fax und die ersten Schritte waren da, die Kommunikation über einen Kanal zu bündeln.

Das war so der erste Schritt in Richtung “Mehr Digitalisierung” und ohne die Digitalisierung würde unser ganzes Geschäftsmodell nicht funktionieren.

Was für eine Rolle spielt Kultur in der Digitalisierung?

Ich würde sagen, dass die Kultur die Grundlage von allem ist. Wenn du deine Glaubenssätze betrachtest, die du als Kind beigebracht bekommen hast, dann bekommt man super viel mit, wenn in der Familie die Digitalisierung von vornherein vorgelebt wird. Da bildet die Kultur den Grundstein für die ganze Digitalisierung. Wenn man jetzt überlegt, wie die Digitalisierung alles ändert, sollte einem bewusst werden, dass die Digitalisierung auch von der Kultur erstmal angenommen werden muss. Ansonsten bringt dir das Geschäftsmodell relativ wenig, egal wie digital es ist.

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